Rezension zu Der Halbelf der mich liebte
Rezensionen - Romantasy

Romantasy in Ultra Slow: Der Halbelf, der mich liebte

Liebe Leute,

es hat mich schon wieder in die Ecke der Romantasy verschlagen, aber diesmal mit einem ganz besonderen Twist, wie ich finde: Die Charaktere sind keine Teenager! Sie lassen sich auch nicht übers Ohr hauen oder von Menschen aus ihrem Umfeld manipulieren – sie sind also tatsächlich etwas gereiftere Persönlichkeiten, die sich in etwa ihrem Alter entsprechend verhalten.

Das sind unsere Protas in „Der Halbelf, der mich liebte“

Warum „in etwa“? Sie sind über 100 Jahre alt und unsere Erfahrungswerte mit derart biblischen Zuständen sind doch eher … gering. Genau genommen weiß man also nicht, wie sich 160 Jahre alte Halbelfen verhalten 🙂 Doch kommen wir zurück nach New York, wo Elle ihre Magie in Schriftzeichen einfließen lässt. Zerreisst ein gewisser Halbelf namens Luc eines dieser Schriftzeichen, setzt er dessen Magie frei. Was für ihn super praktisch ist, denn sein Chef Oberons schickt ihn auf gefährliche Missionen, bei denen es ihm das Leben rettet, wenn er plötzlich fliegen kann.

Doch auch er muss seine Geheimnisse wahren, da sein Vorgesetzter ihn mit magischen Mitteln kontrolliert. Bald erhält Luc einen Auftrag, bei dem Elle eine entscheidende Rolle spielt – und das stellt ihre aufkeimenden Gefühle füreinander auf die Probe. Gefühle, die sich zart und verletzlich wie Frühlingsblumen entfalten und doch auf einer gefährlichen Kippe stehen.

Emotionale Tiefe der Charaktere

Es handelt sich hier um eine sehr langsame Liebesgeschichte, die von Beginn an in ihrer ruhigen Entwicklung bewusst gehalten wird. Die beiden Hauptfiguren bewegen sich vorsichtig aufeinander zu, stellen gelegentlich Fragen, die sie in unangenehme Situationen bringen, und verstricken sich immer wieder in Ängsten und Missverständnissen. Anders als viele junge, dramatische Figuren in Romantasy-Geschichten – wie etwa unsterbliche Vampire, die sich wie Teenager mit Machtgelüsten verhalten – zeichnen sich Luc und Elle durch eine tiefere Perspektive aus. Sie urteilen nicht voreilig und lassen sich nicht von falschen Informationen oder Gerüchten von ihrer eigenen Intuition abbringen.

Diese Reife und Harmonie in einer Romantasy-Geschichte ist selten zu finden.

Rezension zu Der Halbelf der mich liebteDas magische Universum und die Figuren

Die magische Welt in dieser Geschichte basiert auf vertrauten Elementen, die Fans des Genres bekannt vorkommen dürften: Elfen, götterabstammende Menschen und so weiter. Besonders das Team rund um Luc bringt frischen Wind in die Erzählung. Es bietet reichlich Potenzial für weitere Entwicklungen, und Spin-offs, die sich mit den Einzelgeschichten der Charaktere befassen, wären höchst spannend. Anfangs verachten die Mitglieder dieses Teams Luc und müssen ihre Vorurteile überwinden, als sie erkennen, dass sie nicht alle wichtigen Informationen hatten. Diese Entwicklung geschieht jedoch schnell, und an diesem Punkt könnte echte Teamdynamik entstehen. Dennoch bleibt die Autorin ihrer Philosophie des Understatements treu, die das gesamte Werk durchzieht.

Das Fazit zu „Der Halbelf, der mich liebte“

Wer eine ruhige, übernatürliche Liebesgeschichte sucht, bei der nicht jedes Ereignis von dramatischen Höhepunkten dominiert wird, wird sich in dieser Geschichte von Mia Tsai (Autorinnen-Website) gut aufgehoben fühlen. Hier kann man sich entspannt zurücklehnen und in eine charmante, wenn auch etwas eigenwillige Welt aus Magie und social awkwardness eintauchen.

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